Megan Hoetger

Megan Hoetger (*1984) ist Historikerin, Kritikerin und Kuratorin. Sie promovierte in Performance Studies mit Schwerpunkt auf Kritischer Theorie und Filmwissenschaften an der University of California in Berkeley, USA. 2018–2019 forschte sie als Gastwissenschafterin am Centre for Cinema and Media Studies in Gent, Belgien, zum legendären EXPRMNTL International Experimental Film Festival (1949–1974) und organisierte ein dreiteiliges Filmprogramm über die internationale Entwicklung des Experimentalfilms in Belgien. 2018 co-kuratierte sie die Ausstellung „Underground International: Kurt Kren and Tomonari Nishikawa“ am Berkeley Art Museum Pacific Film Archive, in der die transnationalen Vermächtnisse des Experimentalfilms betrachtet wurden, sowie „A Sentimental Punk“. Diese erste filmische Retrospektive des österreichischen Filmemachers Kurt Kren seit dessen Tod 1998 wird in San Francisco Los Angeles, New York und Mexiko Stadt gezeigt. Hoetger organisierte zudem zahlreiche informelle Vorführungen zeitgenössischen queeren Films in Los Angeles und San Francisco. Ihre Texte über zeitbasierte Kunst, Archive und Verteilungspolitiken erscheinen in zahlreichen Zeitschriften.

Hoetgers archivarische und kuratorische Praxis kartiert die politischen Ökonomien, innerhalb derer sich im Untergrund wirkende Mediennetzwerke transnational in Auseinandersetzung mit staatlichen Geopolitiken und den Kräften kapitalistischer Marktwirtschaft während des Kalten Krieges bildeten. Ihr erstes Projekt Rude & Playful Shadows: Collective Performances of Cinema in Cold War Europe, untersuchte die Verbindungen zwischen informeller Kulturproduktion im Untergrund, Staat und kommerziellen Märkten an verschiedenen Orten im deutschsprachigen Europa (Wien, Köln, Zürich, Kassel) von Mitte der 1960er bis zu den späten 1970er Jahren. Im Archiv der Avantgarden arbeitet Hoetger zwischen August und November 2019 mit dem Vorlass von Birgit Hein in vorbereitender Recherche für die Publikation Curating and Kinship: Women, Domestic Labor, and Underground Arts Programming in Two Germanys, die sich dem Verhältnis von unabhängiger Kulturproduktion und den Frauenbewegungen in West- und Ostdeutschland zwischen 1973 und 1985 widmet.

Ausstellungsraum des Künstlers El Lissitsky in Dresden
© Alexander Paul Walther, Repro: Andreas Diesend.

Fine Kugler

Fine Kugler (*1991) studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Anglistik/Amerikanistik an der TU Dresden und der Universität Leiden, Niederlande. 2019 schloss sie das Masterstudium der Kunstgeschichte mit einer Forschungsarbeit zu einem Akteur des Dresdner Kunstmarktes zur Zeit der Weimarer Republik ab („Die Kunstausstellung Kühl 1924-1932. Versuch einer Rekonstruktion“).

Von 2016-2019 war sie als studentische Hilfskraft im DFG-Projekt der SKD „Zwischen Kunst, Wissenschaft und Politik: Museen im Nationalsozialismus. Die Staatlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft in Dresden und ihre wissenschaftlichen Mitarbeiter“ tätig.

Im Rahmen des Research Fellowships am Archiv der Avantgarden fragt sie nach einer möglichen Einflussnahme der privat-kommerziellen auf die museale Ausstellungspraxis. Fokussiert auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts erforscht sie dabei systematisch die Bestände des Archivs der Avantgarden. Besonderes Augenmerk liegt auf den Avantgardebewegungen (El Lissitzky, Surrealismus) und deren Wirkung auf die Präsentationsformen in Museen, Galerien und anderen Verkaufsausstellungen („Schau an. Praktiken des Zeigens in Kunsthandel und Museen“, Arbeitstitel).

Ausschnitt aus Titelblatt von Zeitschrift 2017
Titelbild (Ausschnitt) von Freccia Futurista, n. 1, hrsg. von Alk Gian, Piero Negri u. Silvestro Lega, Mailand, 19. April 1917.
Fellow 2018

Meike Beyer

Meike Beyer (*1989) studierte Kunstgeschichte und Romanistik (Italienisch) an der TU Dresden sowie Kulturerbe: Bewahrung und Management (Conservazione e gestione dei Beni Culturali) an der Università degli Studi di Trento (Italien). Von 2011 bis 2014 war sie Mitarbeiterin im TU-Dresden-Teilprojekt des European Network for Baroque Cultural Heritage (ENBaCH) an der Professur für italienische Literatur- und Kulturwissenschaft am Institut für Romanistik und ist seitdem an der TU Dresden tätig. Sie promoviert zu dem aus Sizilien stammenden Dramatiker und Dichter Ruggero Vasari und dessen Wirken auf das futuristische Netzwerk in Deutschland nach 1920. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen kulturelle Austausch- und Übersetzungsprozesse, soziale und kulturelle Netzwerke im Zeitalter der historischen Avantgarde sowie allgemeine Kulturtransfer- und Netzwerkforschung.

Daran anknüpfend beschäftigt sich Meike Beyer im Rahmen ihres Fellowship mit den Futurismus-Beständen im Archiv der Avantgarden (AdA) und geht der Frage nach, wie die Künstlerinnen und Künstler der Avantgarde über verschiedene mediale Kanäle interagierten und inwieweit die vielgestaltigen transnationalen Netzwerke der futuristischen Bewegung mit literarischen, künstlerischen, architektonischen und politischen Räumen der europäischen Moderne nach dem Ersten Weltkrieg korrelieren.

Material aus dem Archiv
Material zu Radical Design aus den Beständen des AdA

Michela Lupieri

Michela Lupieri (*1983) ist Kuratorin, Autorin und Forscherin aus Italien. Sie studierte Bildende Kunst an der Akademie in Venedig und schloss 2011 mit einem Master mit Schwerpunkt auf zeitgenössischer Kunst ab. Sie arbeitete als Assistenzkuratorin für Dolomiti Contemporanee und RAVE – East Village Artist Residency, zur Zeit ist sie Mitglied des kuratorischen Teams von Palinsesti. In ihrer kuratorischen Praxis beschäftigt sie sich mit der Schnittstelle von Kunst, Architektur und öffentlichem Raum. Darüber hinaus befasst sie sich seit ihrer Masterarbeit zum Art Park, Egidio Marzonas Freiluft-Kunstsammlung in Italien, in ihrer Forschung schwerpunktmäßig mit der Sammlung Marzona. In den letzten Jahren kuratierte sie u.a. die Ausstellung Pasolini presenta/e. P.P. Pasolini in the Egidio Marzona Collection und war Gastsprecherin der Reihe Conversation on Emmett Willian’s ear by Dick Higgins on Fluxus in the Marzona Archive.

Ihre aktuelle Forschung am Archiv der Avantgarden unter dem Titel Where do we go from here? folgt dem Prinzip der Serendipität und zielt darauf, unsichtbare Verbindungslinien zwischen einzelnen Teilen des Archivs aufzuzeigen, angefangen im Bereich Design und vor allem bei der italienischen Bewegung Memphis. Ihrem Interesse an interdisziplinären Perspektiven folgend untersucht Michela Lupieri die Struktur des Archivs umgekehrt chronologisch und über künstlerische Bewegungen, Länder und visuelle Sprachen hinweg. Zugrunde liegt ihrer Forschung Claire Bishops Theorie dialektischer Gegenwärtigkeit: die Idee von Gegenwärtigkeit als einer Form der Archäologie. Leitthema ihrer Forschung ist das Gefühl, radikal zu sein, ein Glaube, der eng mit der Vorstellung von Subversivität und Distanz zu traditionellen Regeln verknüpft ist und viele Bewegungen in der Kunst und im Design des 20. Jahrhunderts kennzeichnet.

Zum Seitenanfang