Archiv der Avantgarden

Raum mit Menschen, die sich etwas anschauen
© SKD, Foto: Oliver Killig

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Das Archiv der Avantgarden (AdA) enthält mit ca. 1,5 Mio. Objekten eine der umfangreichsten Sammlungen von Kunstwerken und Objekten der künstlerischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts, die der Sammler Egidio Marzona seit den späten 1960er Jahren zusammentrug. Im Archiv befinden sich Gemälde und Skulpturen, Zeichnungen, Skizzen und Drucke, Möbel und Designobjekte. Darüber hinaus dokumentieren in einmaliger Dichte Fotos, Korrespondenzen, Manuskripte und Manifeste, Künstlerschallplatten und Filme, Primär- und Sekundärliteratur und weitere Materialien das künstlerische Geschehen des gesamten Jahrhunderts – innerhalb Europas und weit darüber hinaus. Im AdA werden die Spuren der künstlerischen Ideen, der zahlreichen radikalen Utopien und die erstaunliche Vernetzung der Künstler untereinander sichtbar. Der Archivbestand des AdA dient zur Information und ist Ausgangspunkt für Forschung. Wissenschaftler und Interessierte aus dem In- und Ausland sind eingeladen, im AdA zu arbeiten und das Archiv zu erforschen. Wechselnde Ausstellungen und ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Diskussionen und Workshops veranschaulichen und thematisieren unterschiedlichste Aspekte des Phänomens Avantgarde im 20. Jahrhundert.

Sonderausstellung
27.02.2018 - 28.03.2018

Gemäß der Anleitung

In diesem letzten Kapitel „Gemäß der Anleitung“ eröffnet das AdA eine Perspektive auf Erfahrungen im Bereich der Übertragung.

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Regal mit Stühlen
© SKD, Foto: Oliver Killig

Kommende Termine

  • Renate Flagmeier, Werkbundarchiv – Museum der Dinge, Berlin

    Für das Werkbundarchiv – Museum der Dinge als einem Museum der Produkt- und Warenkultur sind Selbstbau-Objekte, d. h. individuell gestaltete Alltagsdinge von großer Relevanz. Das industriell hergestellte Produkt ist die Haupterscheinungsform der Dinge im 20. Jahrhundert. Die selbst gebauten Objekte, die sich durch den individuellen Eingriff oder die totale Umformung grundsätzlich vom Massenprodukt unterscheiden, eignen sich hervorragend, um das Thema Hand- und Maschinenarbeit am Ding selbst sichtbar zu machen. Das Spektrum reicht von Notprodukten aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg über selbst gebauten Fernsehantennen aus dem Kontext verlassener Sowjetkasernen zur heutigen DIY-Mode – Dinge, die sich im Spannungsfeld zwischen existentieller Not und kreativer Improvisation bewegen.

     

    Bitte anmelden, da die Platzkapazität limitiert ist: besucherservice@skd.museum oder 0351 4914 2000

    • Dr. Jonathan Voges, Leibniz Universität Hannover

      Bei der Fahrt über die Ausfallstraßen einer beliebigen deutschen Stadt stellt sich zunehmend ein Unglaube ein; ein Unglaube darüber, dass es jemals eine Zeit gegeben hat, wo sich nicht auf der sogenannten „grünen Wiese“ die Baumarktketten tummeln, deren Dichte im Bundesgebiet – trotz einzelner Pleiten – eher zu- als abnimmt. Die Einzelhandelsriesen sind nur ein besonders augenfälliger Beleg dafür, dass Heimwerken populär ist, dass das sogenannte Do-it-yourself schichten-, geschlechter- und generationenübergreifend attraktiv (bzw. notwendig) ist – und wohl auch in Zukunft bleiben wird.

      Aus einer dezidiert zeithistorischen Perspektive fragt der Vortrag danach, seit wann und vor allem auch warum das der Fall ist. Seit wann heimwerken die Deutschen? Wie passt die beginnende Popularität des Do-it-yourself Ende der 1950er Jahre in die These von der durchbrechenden Massenkonsumgesellschaft, in der doch gerade der Einkauf das Selbermachen ersetzen sollte? Was taten sie dabei wirklich, woher bezogen sie ihr Wissen und ihr Können und wie ordneten sie und sie beobachtende JournalistInnen, SozialwissenschaftlerInnen und PhilosophInnen ein, was sie zuweilen als Entwicklung hin zur „Do-it-yourself-Gesellschaft“ ansahen?

       

      Bitte anmelden, da die Platzkapazität limitiert ist: besucherservice@skd.museum oder 0351 4914 2000

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